Eine bessere Welt

Nicht, dass ich besonders weise wäre oder mit meinen 27 Jahren vor Lebenserfahrung strotzen würde. Doch in meinem unerschütterlichen Glauben an das Gute will ich hier eine Platform für Gedanken und Anregungen bieten, welche uns allen die kleine Welt um uns herum verschönern soll.

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Tuesday, October 17, 2006

Das beruhigende Kreischen

Als Pendler gibt es so manch Geschichten und Erlebnisse, die ich der Nachwelt auf keinen Fall vorenthalten möchte. Aber nicht alle würden zur Idee dieses Blogs passen; darum nur kurz eine kleine Story.

Es gibt im Tag eines Pendlers einen Moment den er ganz besonders verachtet. Den Feierabendmuff. Erschöpft, womöglich verschwitzt und routiniert hat er sitzend doch meistens stehend seinen Platz gefunden. Versucht den Tag revue passieren zu lassen und freut sich über das erlösende Nachhausekommen. Nachbars MP3-Player lässt seinen Kopf dröhnen und zwei Rentnerinnen unterhalten sich euphorisch über... über?... egal, er hört zwar zu, wird jedoch in zwei Minuten alles wieder vergessen haben.
Was in solchen Situationen, selbst den abgebrütesten Vollblut-Pendler um seine shaolinsche Gefasstheit bringt, ist ein schreiendes Kind. Das gnadenlose, rücksichtlose und phantasielose Gekreische eines Kindes trifft den Pendler aggressiv und ohne Vorwarnung. Was nun?
Entweder kann man sich in der Hölle wähnen, die Ohren zuhalten und kopfschüttelnd nach dem Blick der Mutter suchen. Oder man entlockt sich ein kleines Lächeln; ein Schmunzeln über diese grausame unveränderbare Situation zu verlieren lässt urplötzlich das Geteubel zu einer Arie verklingen. Die klanggeplagten Gesichter deiner zahlreichen Gegenüber erscheinen noch belustigender und versetzen dich kurzerhand inmitten einer Grossstadtkomödie.

Genau dies ist mir gestern im 46er passiert. Ich habe gelächelt und mich ob der Einfachheit dieser stresshemmenden Massnahme verwundert. Ich will hierbei aber keineswegs missverstanden werden: es geht nicht darum jeden Missstand zu belächeln und ihn zu verharmlosen. Viel eher will ich zeigen, dass Aufregung und Erzürnung oftmals fehl am Platz sind, vor allem dann, wenn der Umstand unveräderbar ist.
Wozu sich aufregen, wenn man eh nichts dagegen unternehmen kann? Erscheint es nicht vielemal sinnvoller diese Aufregungsenergie in das Anpacken realer Herauforderungen zu investieren? Sollte man das Wort Problem nicht ganz aus dem deutschen Sprachgebrauch verbannen? Und könnte es nicht sein, dass viele unsere Sorgen aus falschgelenkter Aufmerksamkeit resultieren?

Es gibt keine Probleme sondern nur Herausforderungen. Und das ändert alles!

Monday, October 16, 2006

Tägliche Wunder (Teil I)

Vergangene Woche, an einem Mittag wie an jedem anderen auch, kam ich gerade vom Mittagessen mit Kollege Laurenz, als dieser urplötzlich stehenblieb: "Wow, dieses Blatt ist aber gestylt runtergewirbelt..."
Ja es ist Herbst. Aber viel wichtiger noch, ist, dass diese winzige Tragödie uns nicht entgangen ist. Ein sterbendes Blatt unter Millionen, das uns die Ehre macht majestätisch vor uns nierderzuschweben, darf man nicht einfach als Dreck bezeichnen. Nicht, dass es ein speziell schönes Blatt war oder wir durch das Anhalten nicht unter einen Bus gerieten...nein, das Wunder liegt darin, dass dieses luftige Ballett für einige Sekunden unsere Aufmerksamkeit bannte und wir in dieser tänzelnden Einfachheit die Perfektion des Momentes erkannten.
Jeder Tag birgt Wunder.
Wenn diese Banalität erst einmal erkannt wurde, gibt es keinen Grund mehr tagelang trübsal zu blasen; denn egal wo Du Dich befindest, wie Du Dich fühlst oder was Dir angetan wurde...Wunder geschehen. Sie warten nur darauf erkannt zu werden. Es genügt die Augen zu öffnen und der Welt den grauen Alltagsschleier zu entreissen.