Spuren im Sand
Ich gehe jedes Jahr segeln - nach Holland. Vor ungefähr 4 Jahren, an irgendeinem Abend auf irgendeiner Insel zwischen Isselmeer und Nordsee verbrachten wir die Abendstunden mit einem Strandspaziergang. Wir waren zu dritt. Ispiriert durch die melancholische Formenvielfalt der Spuren im Sand, begannen wir ein Gedicht in den feuchten Meeresboden zu schreiben. Wir beendeten es nie. Monate später vollendeten Erinnerungen an diese Momente und Begegnungen die Arbeit...
Vom Meer erschaffen von Meer verwischt,
Spuren mit und ohne Sinn.
Geformt durch Wellen und deren Gischt,
so sanft ich in Gedanken versunken bin.
Vom Meer gebracht vom Meer genommen,
Muscheln, Algen und andere Schätze.
Endlos weit – sie alle zu mir geschwommen
um einzunehmen hier die letzten Plätze
Vom Meer geboren vom Meer ertränkt,
Leben und Tod unter meinen Füssen.
Ebbe und Flut mich hier gekränkt,
wo Anfang und Ende sich friedlich grüssen.
Vom Meer erschaffen vom Meer verwischt
Gedanken wie diese in meiner Seele
Unverhofft hat's mich erwischt,
leise seufzend ich hier nun stehe.

1 Comments:
Was sollte man tun, wenn man das Gefühl hat, das sich die Welt um einen herum derart zu entfremden beginnt, dass Interaktion nur noch erschwert möglich ist?
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